Klimaanlage für draußen

„Das ist quasi eine mobile Klimaanlage für draußen“, beschreibt Peter Bracher am Stand im Freigelände seinen „Nebler“. Das Prinzip ist simpel, garantiert aber Erfrischung auf Balkon und Terrasse. Der „Nebler“ ist ein zwei Meter langer Schlauch, der flexibel biegsam ist und an eine Schlange erinnert, die sich zu Flötentönen windet. Am Ende des Schlauches erzeugen zwei Düsen einen sehr feinen Wassernebel und halten damit die Umgebung angenehm kühl. Wasserverbrauch laut Bracher: Drei Liter pro Stunde.

Backöfen echt handgemacht

Man geht am Stand vorbei, liest und stutzt: „Backofen-Manufaktur“, steht dort. Handgemachtes Brot, okay. Aber Backöfen? Ingrid Barth hat die Erklärung sofort parat: „Wir bauen Backöfen ganz aus Edelstahl, also ohne Steinplatte. Unsere Öfen werden komplett in Handarbeit gefertigt – geschliffen, geschweißt, gekantet. Nur ein Laser hilft zuvor beim Ausschneiden der Edelstahlteile.“ Handarbeit hat für die Kunden den Vorteil, dass sie einen individuellen Ofen ganz nach ihren Wünschen bestellen können.

Messe aus dem 3-D-Drucker

„Die Resonanz ist riesengroß“, berichtet Alexandra Seifried vom Vermessungsamt über die Aktion am Stand der Stadt Villingen-Schwenningen. Das eigene Häuschen oder auch das Haus, in dem man zur Miete wohnt, kann man sich anschauen und dreidimensional ausdrucken lassen. Seifried macht es am Beispiel der Messe-Gebäude vor. Sie sucht Bürogebäude und Hallen erst auf dem Luftbild aus, geht auf die 3-D-Ansicht und lässt es dann auf dem 3-D-Drucker herstellen. Das Drucken dauert circa 15 Minuten. Die kleinen Modelle, betont Seifried, werden aus verrottbarem Kunststoff hergestellt. Während der Produktion erklärt sie den Besuchern, warum diese Technik die Arbeit des Vermessungsamtes erleichtert. Das Amt zeigt am Stand seine 100-jährige  Vermessungsgeschichte.

Kids lieben Trecker auf der Brust

Da schlendern wohl einige Familien übers Freigelände mit den vielen Traktoren, und biegen schließlich in die Halle T ab. Denn, wie Thomas Runkel erzählt, das meistgeliebte Motiv für Prints auf einem T-Shirt ist bei Kindern ein Trecker. Runkel hält etliche Motive und Sprüche für Groß und Klein bereit, meist ergänzen die Besucher nur noch den Namen. Man kann sich Sprüche auch selbst ausdenken – bezahlt wird außer dem vorgedruckten Shirt die Anzahl der zusätzlichen Buchstaben. Beliebtester Text bei Kindern: „Wenn Mama und Papa nein sagen, frage ich Oma und Opa.“

Drei Generationen an einem Stand

Sie verkauft Dampfreiniger und Dampfsauger und schwört auf den italienischen Hersteller, mit dem sie von Beginn an seit 1987 zusammenarbeitet. „Dadurch sind wir immer einen Schritt voraus“, betont die Seniorchefin Christel Hartmann in Halle U. Außergewöhnlich ist das Standpersonal: Eine Familie, drei Generationen. Die Chefin zusammen mit ihren beiden Töchtern und den beiden Enkeln. Auf dem Mannheimer Maimarkt half sogar schon die vierte Generation mit aus: Die 15-jährige Urenkelin bewirtete Kunden am Stand. Die Firma mit dem Seniorchef sitzt in Emmendingen. Dort wird auch repariert: „Wir schicken nichts ein, wir reparieren alles selbst – auch 30 Jahre alte Reiniger“, versichert Hartmann. Die Firma existiert nicht als Ladengeschäft, denn die Familie ist jedes Jahr auf bis zu 40 Messen unterwegs.

Entspanntes Wolkenkino

Im Freigelände der Messe bietet Rene Zulauf „Original Schwarzwälder Himmelsliegen“ an. Wer darauf liegt, merkt sofort, woher der Name stammt. Man schaut nämlich gen Himmel. Die ergonomisch geformten Liegen kann man als fest zu installierendes, als drehbares oder fahrbares Modell kaufen. Erweiterbar um Sonnenschirm- und Getränkehalterungen. Aber warum „Original Schwarzwälder“? „Nun“, erklärt Rene Zulauf, „wir produzieren in Häusern, also im Südschwarzwald. Und das Holz stammt auch aus dem Schwarzwald.“ Früher habe man Fichte verarbeitet, ergänzt er, heute verarbeite seine Firma Douglasie, auch Douglastanne genannt: „Diese Bäume wachsen schneller und sie brauchen weniger Wasser.“

Ein Klick und es wärmt

Das Prinzip ist nicht ganz neu, aber die Anwendungen haben es in sich. Stav Bax macht es vor. Kleine und große Kunststoffkissen, gefüllt mit Salz und Wasser, verwandeln sich ganz schnell in wohltuende Wärmekissen. Für den Nacken, für den Rücken, die Augen. Ganz praktisch auch unterwegs zum Aufwärmen von Kinderfläschchen. Wie das funktioniert? Der Trick ist ein kleines Metallplättchen im Inneren, das beim Drücken Reibung erzeugt, die Flüssigkeit aktiviert und damit warm werden lässt.

Beim Thema Bienen blüht er auf

Manfred Kraft vom Badischen Imkerverband kann sein Erstaunen kaum verhehlen. Seine Infobroschüren zu Blühflächen und Wildbienen wurden ihm geradezu aus den Händen gerissen. Nachschub hat er nun per Nachtexpress geliefert bekommen. „Die Leute interessieren sich auch für die vier Tafeln mit Wildblumen und sind überrascht, welche Vielfalt es früher gegeben hat.“ Kraft berät die Besucher: „Es ist nicht damit getan, irgendein Samentütchen auszuschütten – man sollte schon spezielles heimisches Saatgut nehmen.“ Am Stand in Halle N zeigt er unter anderem die Wiesenglockenblume, die immer seltener anzutreffen sei.

Fitness am Nachmittag

„Unsere Besucher kommen meist am Nachmittag“, sagt Lucia Meissner und zeigt großes Verständnis für den Grund: „Die wollen nicht gleich schon am Vormittag schwitzen.“ In der Halle X können Besucher das Europäische Fitness Abzeichen kostenlos ablegen. Acht einfache Übungen testen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination. Meissner, außerhalb der Messe Trainerin im Frauen-Fitness-Studio in Villingen-Schwenningen, fällt auf, dass viele Kandidaten das Stepbrett lieben und vermutet: „Ich glaube, Aerobic ist wieder im Kommen.“

Kunst vom Weltmeister

Im Freigelände stehen fertige Holzskulpturen von ihm: Eulen, Eichhörnchen, Katz und Maus oder eine Frau mit Bollenhut. Igor Loskutow führt den Besuchern auch vor, wie geschickt er mit seiner Kettensäge hantiert. Er ist sogar zweifacher Weltmeister! Das erste Mal gewann er 2015 die Weltmeisterschaft im Kettensägenschnitzen und in diesem Jahr nochmals – mit einer Drachenskulptur.

Käsekuchen-Likör war reiner Zufall

Also, er schmeckt tatsächlich wie Käsekuchen! Aber wie kommt man denn auf solch eine ungewöhnliche Mixtur? Markus Lozar nennt es selbst einen Unfall, einen Zufall. Früher selbst noch Betreiber zweier Cocktail-Bars in Franken, wollte er etwas Neues kreieren. Als dabei schließlich der Käsekuchen-Geschmack herauskam, wurde er noch belächelt, manche fanden es nur witzig, erinnert er sich. Vor vier Jahren aber hat er seine Bars abgegeben und lebt seitdem nur noch vom Käsekuchen zum Trinken. Mit der Südwest Messe will er sich neue Märkte außerhalb Frankens erobern.

So werden E-Autos sicher geladen

„Nun“, erklärte Ottmar Warmbrunn von den Stadtwerken VS schon zum zigsten Male an diesem Tag geduldig, „Sie machen auch das Bügeleisen nach einiger Zeit aus, weil es auf Dauer zu heiß wird. Auch ein Wäschetrockner kann nicht die ganze Nacht ununterbrochen laufen.“ Die Frage war, warum benötigt man als E-Auto-Besitzer eine „Wall Box“ in der Garage. Antwort: Herkömmliche Steckdosen sind nicht für solch eine thermische Dauerbelastung geeignet. Die SVS hat das passende Equipment und berät eingehend.

Von oben bis unten mit Post-its beklebt

Lauter blaue, gelbe und rote Post-its! Insgesamt 3000 Stück – von zwei Mitarbeiterinnen in zweieinhalb Tagen an die Wände des Standes geklebt. Das haben sich kreative Köpfe vom Designbüro 23/26 in der Halle Z ausgedacht. Kreativ-Direktorin Heike Reinsch erklärt zu der Aktion: „Schließlich ist es unsere Leidenschaft als Gestalter, Dinge neu zu ordnen.“ Zu Beginn gab es nämlich bloß einen Stapel Post-its. Mehr über Design und Kreativwirtschaft erfahren Besucher auch im Forum der Halle Y.